Konzeption für Kindergarten und Krippe

Liebe Eltern,

 

Sie haben Ihr Kind mit Ihrer Anmeldung in unsere Obhut gegeben. Damit schenken Sie uns, dem St. Johannesverein e.V. als Träger, der Pfarrgemeinde St. Bonifatius, sowie dem pädagogischen Team des Kindergartens „Villa Kunterbunt“ ein großes Vertrauen.

Sie geben Ihr Kind etliche Stunden des Tages in unsere Einrichtung. Wir fühlen uns in unserem Tun dem christlichen Menschenbild verpflichtet, so dass wir – wie Jesus Christus – jedes Kind vorbehaltlos annehmen.

Die Konzeption, welche Sie in Händen halten, ist für die Arbeit unseres Personals Bestandaufnahme und Zielvorgabe zugleich. Ebenso soll es Ihnen als Orientierung dienen.

 

Es würde mich freuen, wenn Sie unsere Einrichtung nach Ihren Möglichkeiten unterstützen würden. Neben den vielen Möglichkeiten im Kindergarten selbst, wäre eine Mitgliedschaft im St. Johannesverein e.V. sehr sinnvoll, denn nur gemeinsam sind wir stark.

 

Ich danke unserem Kindergarten-Team, das mit großem Engagement die vorliegende Konzeption für Kindergarten und Krippe erarbeitet haben.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Kindern in unserer Einrichtung viel Freude und Spaß.

 

St. Johannesverein Großwelzheim e.V.

 

Martin Rosenberger

1. Vorsitzender

Verhältnis von Bildung und Entwicklung, Bildung und Erziehung

Im Kindesalter gehen Bildung und Erziehung Hand in Hand. Eine klare Abgrenzung ist kaum mehr möglich. Vielmehr sind die herkömmlichen Domänen von Erziehung wie Ausbildung von Werthaltungen, Gestaltung sozialer Beziehungen und Umgang mit Gefühlen heute auch Gegenstand von Bildung. Wird Bildung als sozialer Prozess verstanden, sind diese Aspekte automatisch integriert. „Mut zur Erziehung“, d.h. Kindern in einer wertschätzenden Weise Orientierung geben, indem erwachsene Bezugspersonen ihnen gegenüber klare Standpunkte beziehen und Grenzen setzen – dies ist ein Anliegen, das Eltern und pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen in ihrer gemeinsamen Verantwortung für das Kind gleichermaßen betrifft.

 

Aus: „Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung“ – Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen

„In jedem Kind steckt ein Genie“ oder „Kindliche Talente und was wir aus ihnen machen“ – ein Reisebericht

An einem verregneten Sonntagnachmittag tigerten meine Kinder und ich nach Frankfurt, um dort an einer Veranstaltung des wunderbaren Hirnforschers Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther teilzunehmen.

Es handelte sich dabei um dieRoadshow: „Lernlust statt Schulfrust“ und es gab dort u.a. einen Vortrag über neueste Erkenntnisse zum kindlichen Gehirn und was dies für Eltern, Erzieher/innen und Lehrer/innen, also alle Kinderlebensbegleiter bedeutet.

Dies möchte ich hier nun gerne mit Ihnen teilen.

 

Jedes gesunde Kind, das zur Welt kommt, besitzt ein kindliches Gehirn, das alle „Synapsenanschlüsse“ enthält, um überall auf der Welt leben zu können.

Egal, ob es im Amazonas, in Indien, Grönland, Japan, usw.. geboren wird, enthält sein/ihr Gehirn bereits alles, was es braucht, um im jeweiligen Geburtsland mit allen Gegebenheiten leben zu können. Es gibt keinen Unterschied. Das Gehirn ist zu allem bereit und alles ist möglich.

 

Der erste „Einbruch“ dieser optimalen Bedingungen findet dann oft relativ schnell statt, denn das Kind wird in eine Familie geboren, die dem kindlichen Gehirn im Wachstum nun Regeln aufstellt.

Dies ist zunächst normal und in einem Großteil der Familen so, denn Eltern leben dem Kind vor, was sie selbst auch mögen und kennen, z.B. Ernährung, Regeln in der Familie, Hobbys der Eltern, usw. Was nicht heißen muss, dass das Kind dies alles auch so mag oder verfolgen möchte.

 

Dabei gilt: Je strenger und strikter das Elternhaus ist und je stärker das Kind in seiner kindlichen Freiheit beschnitten wird, desto mehr Synapsen sterben im Gehirn ab, denn das Kind braucht sie ja in dieser, seiner/ihrer Familie nicht mehr.

 

Wenn das kindliche Gehirn großes Glück hat, wird es in eine Familie hineingeboren, in der sich das Kind ausprobieren und immer wieder neu entdecken kann. Optimale Bedingungen für das Synapsenwachstum eben.

 

Der zweite, große und bleibende „Einbruch“ laut Hirnforscher findet statt, wenn das Kind in die Schule kommt, denn in unserem Schulsystem geht es nach Leistung, Druck und Noten.

Dem Kind wird Wissen präsentiert, das es aufnehmen muss, ob es dies will und braucht oder nicht.

Und wieder sterben Synapsen ab, diesmal all jene, die das Kind für Schule und Hobby nicht braucht. Schade, denn so kann kein Kind der Welt herausfinden, was es im Leben gerne tun möchte.

Ach, Du lieber Himmel! Was können wir denn tun?, werden Sie sich jetzt zu recht fragen. Nun, es ist eigentlich ganz einfach.

 

·        Ihr Kind ist jetzt noch im Vorschulalter. Lassen Sie es auf vielfältige Weise spielen,

·        um zahlreiche Erfahrungswelten zu öffnen (kneten, malen, spielen, klettern, bauen, 

·        matschen, planschen, usw.)

·        Zeigen Sie ihm/ihr wie die Welt funktioniert. Besuchen Sie Museen, Feuerwehren,

·        Tiergärten, Polizeistationen, u.v.m. Lernen Sie, die Welt mit Kinderaugen zu sehen.

·        Lassen Sie Ihr Kind sich ausprobieren, z.B. wenn es auf einem gefällten Baum balancieren  möchte. Beobachten Sie, wohin es gehen möchte, begleiten Sie, helfen Sie und seien sie in der Nähe.

·        Die Natur ist der beste Spielplatz für Ihr Kind. Dort kann es alles üben, was der   Körper braucht. Und mit dem Körper wächst auch der Geist.

·        Verstehen wir uns hier bitte richtig:

·        Es geht keinesfalls darum, keine Regeln für Ihr Kind aufzustellen.

·        Regeln sind richtig und gut, denn sie bereiten damit Ihr Kind auf ein Leben in der 

·        Gesellschaft vor oder beschützen es vor Gefahren.

·        „Ich möchte, dass Du auf dem Gehweg bleibst“ oder „Ich möchte, daß Du mit den

·        anderen Kindern liebevoller umgehst!“ usw. sind nach wie vor unbedingt notwendig.

·        Beobachten Sie Ihr Kind. Was mag es besonders gerne? Welche Leidenschaften verfolgt  es? Welches Thema könnte Ihr Kind immer und immer wieder hören?

·        Geben Sie ihm/ihr alles, was es zu diesen Themen gibt. Besuchen Sie Büchereien, schauen Sie nach Hörspielen, besuchen Sie und Ihr Kind Menschen, die damit zu tun haben, usw.

·        Wir als Eltern sollten dem Kind Zugang zu seinen/ihren eigenen kindlichen Potentialen und Begabungen ermöglichen. Es gilt, sie zu finden und zu fördern, denn jedes Kind ist anders.

·        Auch für Grundschulkinder und Teenager trifft dies zu, sogar noch stärker, da sie ja schon eine Weile länger auf der Erde sind und vielleicht nicht spüren, welche Begabungen in ihnen schlummern. Auch hier gilt es, ihnen viele, altersgerechte Erfahrungen zu ermöglichen, um sich selbst wahrzunehmen.

·        Im Prinzip ist es ganz leicht.

·        Maria Montessori sagt dazu: „Das Kind zeigt Dir den Weg!“

·        Schauen und hören Sie hin. Ihr Kind wird Ihnen zeigen, wohin der Weg führt.

·        Bestärken Sie, ermutigen Sie, helfen Sie und begleiten Sie es auf dieser spannenden Reise, bei allen Themen, die Ihr Kind für sich erschließen möchte.

  

Viel Spaß dabei,

wünscht Ihnen und Ihrem Kind

 

Ihr Kindergarten "Villa Kunterbunt"